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Restauration Beifahrerseite vorn

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Beifahrerseite vorn

In Kapitel 2 unseres Bus-Projektes befassen wir uns mit der Beifahrerseite vorn. Im Detail geht es hierbei um den Radlauf sowie den Bereich um die Wagenheberaufnahme . Wie der Frontbereich des Busses hatte offensichtlich auch dieser Bereich im Laufe der Jahre allerhand Quälereien zu ertragen. Beim näheren Betrachten wird schnell klar, dass auch hier wieder viel Arbeit auf uns wartet. 

 

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Das folgende Bild zeigt die untere Ecke der rechten Tür, den Übergang vom Frontbereich zum Radlauf sowie einen Teil der vorderen Stossstange.

 

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Fangen wir zuerst einmal mit dem Radlauf an. Als ersten Schritt verschaffen wir uns einen Überblick über die noch vorhandene Blechsubstanz indem wir den Radlauf gründlich von der alten Farbe befreien. Hierbei bietet sich ein Drahtigelaufsatz für den Winkelschleifer an da dieser auch durchaus stark verrostetes Blech entfernt und somit weitere sonst nicht so leicht zu entdeckende Baustellen aufdeckt. Bitte bei der Entlackung unbedingt Schutzbrille, Handschuhe und Gehörschutz tragen. Durch sich lösende Drahtstückchen des Drahtigels droht hier erhöhte Verletzungsgefahr. Desweiteren kann sich der Igel in engen Stellen verkannten und einem den Winkelschleifer aus der Hand reißen. Also immer schön Konzentrieren und nicht nachlässig werden. Nachdem der Lack entfernt ist sieht doch die Sache nicht mehr ganz so schlimm aus. Im vorderen Bereich des Radlaufes müssen lediglich die Schweißnähte ausgebessert und vernünftig verschliffen werden bevor hier mit dem weiteren Lackaufbaubegonnen werden kann.

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Im hinteren Bereich des Radlaufes kommen wir nicht so einfach davon. Hier zeigt sich schnell, dass nicht nur oberflächlich Schäden am Blech existieren sondern der gesamte Unterbau inklusive Wagenheber schlechtweg nicht mehr existiert. Die Unterkonstruktion muss hier sehr aufwändig vollständig rekonstruiert werden.

 

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Bevor Ihr überhaupt darüber nachdenkt auch nur ein Stück Blech herauszutrennen solltet Ihr die noch vorhandene Blechsubstanz ausgiebig vermessen, Skizzen und Schablonen anfertigen um die Formen maßstabsgetreu nachbauen zu können. Dazu eignet sich einfacher Bastelkarton ganz gut. Es gibt für vielerlei Fahrzeuge im Internet Reparaturbleche zu kaufen. Je nachdem wie euer Geldbeutel es zulässt oder Ihr euch so anspruchsvolle Arbeiten zutraut ist es manchmal durchaus auch aus zeitlichen Gründen sinnvoll auf Reparaturbleche zurückzugreifen. Gerade wenn es um tragende Karosserieteile geht solltet Ihr nicht anfangen selbst etwas zu konstruieren wenn die Kosten überschaubar sind. Ich selbst will mit den Arbeiten mein handwerkliches Limit austesten aber die 35,00 Euro für eine neue Wagenheberaufnahme habe ich gerne investiert da die restliche Rekonstruktion dieses Bereiches durchaus genug Zeit, Geschick und Einfallsreichtum beansprucht. Nachdem wir also alles genauestens Dokumentiert haben kann das systematische Heraustrennen der beschädigten Teile, bis tragfähige Substanz angrenzt, erfolgen.

 

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Da die Unterseite des Busses im Allgemeinen nicht mehr so gut aussah habe ich mir aufgrund meiner Aufzeichnungen eine  großzügige und durchaus stabile Konstruktion zusammengeschweißt. Auf einem Recyclinghof in der näheren Umgebung bin ich im Schrottcontainer dann fündig geworden. Ein größeres zusammengerolltes Stück Blech mit einer Materialstärke von 2 Millimetern schien für mein Vorhaben durchaus geeignet.  Die ursprüngliche Bestimmung ließ sich nicht mehr nachvollziehen. Nach mehreren Stunden Messen, Schneiden, Schleifen und Schweißen konnte sich meine Unterkonstruktion sehen lassen. Der erste Schritt war somit getan.

 

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In dieser Bauphase solltet Ihr schon die Innenseiten der Reparaturbleche mit Rostschutzfarbe behandeln, da diese Stellen so einfach wie jetzt nicht wieder erreicht werden können. Mit der Behandlung mit Wachsen sollte bis nach der Lackierung gewartet werden da Fette Gift für jeden Lackaufbau sind. Damit uns also das neu eingeschweißte Blech im Laufe der Restauration nicht schon wieder anrostet alles vorher schön mit Rostschutzfarbe behandeln. Die Teile natürlich vorher ordentlich entfetten und mit feinem Schleifpapier etwas anschleifen damit die Farbe auch vernünftig Haftung annehmen kann. Zum Entfetten empfiehlt sich handelsüblicher Silikonentferner und zum Anschleifen Schleifpapier mit 240er Körnung. Nach dieser Behandlung ist das Blech somit zum einschweißen bereit. Nachdem dies erfolgt ist können wir uns daran wagen die zuvor herausgeschnittenen rostigen Blechteile zu rekonstruieren. Immer mit Ruhe und Übersicht arbeiten damit Ihr das Fehlerpotenzial minimiert. Schritt für Schritt könnt Ihr euch dann an die Ursprungskonstruktion heran arbeiten. Auch hier wieder weitestgehend später schlecht erreichbare Blechteile mit Rostschutzfarbe behandeln!  Zum Schluss dann noch die Wagenheberaufnahme einschweißen, das ganze ordentlich mit Rostschutzfarbe behandeln, Schweißnähte am Unterboden mit Karosseriedichtmasse abdichten. Bevor Ihr die Stellen anschließend noch mit Unterbodenschutz versiegelt sollte die Karosseriedichtmasse etwa 24 Stunden aushärten. Während des Aushärtens schrumpft die Karosseriedichtmasse immens. Damit später keine Undichtigkeiten entstehen solltet Ihr euch also durchaus etwas gedulden.   

 

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Blechmäßig sind wir im unteren Radlaufbereich soweit durch und können uns jetzt dem oberen Bereich widmen. Wie unschwer zu erkennen ist, ist  diese Stelle stark deformiert, Da Spezialwerkzeug zum äußeren Ausbeulen nicht verfügbar ist und wir von hinten nicht an die Schadstelle kommen habe ich den beschädigten Bereich herausgetrennt, ein passendes Reparaturblech angefertigt und eingeschweißt. Bei Blecharbeiten im Dünnblechbereich, sprich etwa 0,75mm, solltet Ihr immer nur Schweißpunkte setzen da sich durch zu viel Hitze das Blech sehr leicht verzieht. Einzelne Schweißpunkte immer so weit wie möglich entfernt voneinander setzen, damit sich die Hitze im Bauteil verteilen kann. Das heißt wenn sich euer erster Schweißpunkt oben links befindet dann setzt den zweiten unten rechts. Unter diesem Gesichtspunkt setzt Ihr nacheinander Punkt für Punkt bis am Ende auch eine optisch durchgängige Schweißnaht vorhanden ist. Diese Verfahren nennt man Pilgerschrittverfahren weil man eben Schritt für Schritt arbeitet und somit den Verzug des Bleches minimieren kann. Bei durchgängigen Schweißnähten würde sich zu viel Hitze an einer Stelle des Bauteiles konzentrieren und sich dadurch alles hoffnungslos verziehen. Die Magneten ausgedienter Lautsprecher eignen sich übrigens ideal  um Reparaturbleche an der Karosserie zu fixieren. Das erleichtert die Arbeiten ungemein wenn man das Blech nicht so richtig  festhalten kann.

 

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Nachdem alle Bleche in Form gebracht, alle Schweißnähte verschliffen und alle zu spachtelnden Stellen schön mit 80er Schleifpapier angeschliffen wurden kann gespachtelt werden. Dieser Vorgang muss je nach Untergrundbeschaffenheit mehrfach wiederholt werden. Hier gilt der Grundsatz lieber mehrfach dünn spachteln als einmal dick. Spachtel kann mit 80er Körnung vorgeschliffen werden. Beim Nachschliff solltet Ihr mindestens Schleifpapier mit 280er Körnung verwenden da man sonst zu tiefe Kratzer durch die spätere Grundierung hindurch sieht. Anliegende Karosserieteile die nicht gespachtelt wurden, die aber auch Grundiert werden sollen kurz mit 280er Schleifpapier anschleifen damit die Farbe hält. Wenn all diese Arbeiten zu Eurer Zufriedenheit erledigt sind alle umliegenden Teile schön abkleben, Farbe drauf und fertig. 

 

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Damit wären wir schon am Ende des zweiten Kapitels angelangt. Wir freuen uns schon darauf Euch demnächst zum nächsten Kapitel hier auf www.motorenfans.de begrüßen zu dürfen. 

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