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Restauration VW Bulli T1 Frontbereich vorne Rechts

VW BUS Buli T1 - Restauration Frontbereich rechts

 

In Kapitel 3 befassen wir uns erneut mit der Beifahrerseite vorn vom VW Bus Bulli T1. Im Detail geht es dabei um die Beifahrertür. Wie der Frontbereich oder der vordere Radlauf ist auch die Tür schwer beschädigt und wohl eher ein Fall für den Altmetallcontainer. Selbst beim flüchtigen Betrachten wird schnell klar, dass auch hier wieder viel Arbeit auf uns wartet.

 

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Zuerst verschaffen wir uns einen Überblick über die noch vorhandene Blechsubstanz indem wir die bereits zu erkennenden Schadstellen gründlich von der alten Farbe befreien. Hierbei bietet sich ein Drahtigelaufsatz für den Winkelschleifer an da dieser auch durchaus stark verrostetes Blech entfernt und somit weitere sonst nicht so leicht zu entdeckende Baustellen aufdeckt bzw. danach nur überwiegend stabiles Blech übrig bleibt. Bitte bei der Entlackung unbedingt Schutzbrille, Handschuhe und Gehörschutz tragen. Durch sich lösende Drahtstückchen des Drahtigels droht hier erhöhte Verletzungsgefahr. Desweiteren kann sich der Igel in engen Stellen verkannten und einem den Winkelschleifer aus der Hand reißen. Schwere Verletzungen sind dabei nicht selten. Also immer schön Konzentrieren und nicht nachlässig werden. Nachdem der Lack entfernt ist lässt sich zumindest schon einmal der Arbeitsaufwand einschätzen. Nach genauem Betrachten der Tür ist klar, dass es sich hier um mehrere Baustellen handelt. Mit vollem Tatendrang stürzen wir uns auf die größte Baustelle. Der Grund ist dabei relativ einfach. Wenn man mit einfachen Aufgaben beginnt und dann an den schwierigen Aufgaben scheitert ist die bereits investierte Zeit auch dahin. Diese Strategie hat sich in der Vergangenheit bewährt und ist nur zu empfehlen.

 

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Bevor Ihr überhaupt darüber nachdenkt auch nur ein Stück Blech herauszutrennen solltet Ihr die noch vorhandene Blechsubstanz ausgiebig vermessen, Skizzen und Schablonen anfertigen um die Formen maßstabsgetreu nachbauen zu können. Dazu eignet sich einfacher Bastelkarton ganz gut. Es gibt für vielerlei Fahrzeuge im Internet Reparaturbleche für die verschiedensten Bereiche zu kaufen. Je nachdem wie euer Geldbeutel es zulässt oder Ihr euch so anspruchsvolle Arbeiten zutraut ist es manchmal durchaus auch aus zeitlichen Gründen sinnvoll auf Reparaturbleche zurückzugreifen. Gerade tragende Karosserieteile die sehr anspruchsvoll gestaltet sind solltet Ihr nicht selbst konstruieren wenn die Kosten überschaubar sind. Nachdem wir also alles genauestens Dokumentiert haben kann das systematische Heraustrennen der beschädigten Teile, bis tragfähige Substanz angrenzt, erfolgen. Hierbei habe ich zuerst die etwaige Schnittline für den Winkelschleifer angezeichnet. Zu beachten wäre hier, dass man darauf achtet, wie in unserem Falle, Türverstärkungen die sich hinter dem herauszutrennenden Blechteil befinden nicht ebenfalls durchtrennt werden.

 

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Wie sehr gut zu erkennen ist muss die gesamte untere Blechkante nachgefertigt werden. Da wir natürlich vor dem Heraustrennen ordentliche Aufzeichnungen angefertigt haben, sind uns die Maße ja bestens bekannt . Die Rekonstruktion erfolgt in verschiedenen Sektionen. Die geraden Teilstücke werden einfach in einem Schraubstock abgekantet. Für längere Abkantungen bietet es sich an, sich eine Abkanthilfe zu basteln. Zum Bsp. Eine Stahlschiene an der das Blech fixiert und dann abgekantet wird. Die Runden Kantungen bei denen das Blech gestaucht wird einfach in kleinen Abständen mit der Blechschere einschneiden und nach Exakter Anpassung die Lücken wieder verschweißen. Die restlichen Rundungen wurden mittels Schweiftechnik gestreckt und somit den Rundungen der Tür angepasst. Die Blechteile wurden mit vielen weit verteilten Schweißpunkten verschweißt. Dies hat den Vorteil, dass relativ wenig Hitze in das Bauteil dringt und somit sich der Blechverzug auch in Grenzen hält.

 

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Im vorderen unteren Bereich der Tür wird ebenfalls mit mehreren Teilblechen gearbeitet die dann final zusammengefügt werden. Das untere Blech wurde einfach eingeschnitten, An die Rundung der Tür angepasst und anschließend der Schnittbereich wieder verschweißt. Das obere Blech wurde anhand der noch intakten Fahrertür nachgeformt, eingepasst und mit dem unteren Blech verschweißt. Die Rundungen des oberen Bleches ließen sich prima mit einem Lötbrenner von der intakten Fahrertür abformen. Dabei muss das Blech lediglich erhitzt werden und die Form der Tür nachgehämmert werden. Zum Schluss nur noch sorgfältig die Schweißnähte verschleifen und alles schön mit Rostschutzfarbe behandeln.

 

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Im nächsten Schritt geht es an die Türhaut. Die groben Abmessungen wurden von der zuvor herausgetrennten stark verbeulten Originaltürhaut übernommen. Die Form wurde Schritt für Schritt an die Originaltürhaut angepasst. Dabei habe ich das Blech auf einen harten glatten Fußboden gelegt und mit einem schweren Hammer (etwa 5 Kilo) mittels vielen kleinen Hammerschlägen das Blech geformt und mich somit nahezu an die ursprungsform herangearbeitet. Die Hammerschläge sind auf dem Bild relativ gut zu erkennen. Danach habe ich das Blech mit vielen kleinen Schweißpunkten um Wärmeverzug zu vermeiden eingeschweißt. An der unteren zuvor instandgesetzten Kante wird die Türhaut einfach umgebördelt (die Blechkante umgeschlagen) und ist somit auch an dieser Stelle fest verbunden.

 

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Da die erste große Baustelle blechmäßig abgeschlossen ist geht es mit den nicht weniger schwierigen Nebenbaustellen weiter. Auch dieser Bereich ist stark beschädig. Dennoch empfiehlt es sich jetzt schon ein Reparaturblech anzufertigen bevor wir anfangen das beschädigte Blech herauszutrennen. Ob man sich zuerst eine Schablone aus dünnen Pappkarton anfertigt oder direkt das Blech anfertigt bleibt jedem selbst überlassen. Da diese Stelle leicht zugängig fertige ich direkt ein Blech an. Indem das Blech auf den beschädigten Bereich gelegt wird lässt sich die Schnittkante direkt um das Reparaturblech anzeichnen. Dadurch sind im Nachhinein nur wenige Korrekturen erforderlich. Nach dem Heraustrennen wird auch sichtbar, dass der Rost auch in diesem verdeckten Bereich ganze Arbeit geleistet hat. Den Rost einfach weitestgehend entfernen, den Bereich so weit wie möglich mit Rostumwandler behandeln und anschließend mit Rostschutzfarbe versiegeln da nach dem Einschweißen des Reparaturbleches dieser Bereich nicht mehr zugängig sein wird. Bitte umgehend die Einwirkzeiten des Rostumwandlers beachten und einhalten. Reparaturblech mit vielen einzelnen Punkten einschweißen damit sich das Blech nicht verzieht und anschließend die Schweißpunkte sauber verschleifen und von der vorherigen Beschädigung ist kaum noch etwas zu erkennen.

 

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Nachdem alle Schweißarbeiten abgeschlossen sind werden die Schweißpunkte alle sauber verschliffen und dann kann es schon losgehen mit dem Spachteln. Es ist völlig normal, dass mehrfach gespachtelt werden muss. Ihr müsst euch quasi an das perfekte Ergebnis heranarbeiten. Also großzugig Spachteln, antrocknen lassen und dann Mattschwarz als Kontrollfarbe auf den Spachtel nebeln. Das Ganze dann schleifen. Es gilt hier dir Regel je größer die Fläche die zu glätten ist, desto größer sollte auch der Schleifklotz sein damit am Ende alles glatt wird. An den Stellen wo nach dem Schleifen jetzt noch dass Mattschwarz durchscheint seid ihr noch zu tief. Das heisst Ihr müsst diese Stellen noch einmal Nachspachteln, mit Schwarz benebeln und Schleifen. So bekommt ihr das Ganze nach und nach auf die gleiche Ebene und am Ende wird es glatt. Also nicht die Geduld verlieren. Distanziert euch bitte von Billigprodukten. Lacke, Spachtelmassen und diverses Verbrauchsmaterial bitte aus dem Fachhandel beziehen. Zum Bsp. billiges Mattschwarz verklebt euch nur das Schleifpapier und ihr werdet Anschließend das Schwarz wieder mit Verdünnung abwaschen müssen. Also lieber ein paar Cent mehr ausgeben. Fehlinvestitionen rächen sich hier Gnadenlos.

 

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Spachtel kann mit 80er Körnung geschliffen werden. Der nachschliff sollte mit 240er bis 320er Körnung erfolgen damit die Kratzer die durch das 80er Papier entstanden sind nicht mehr zu sehen sind. Die Kratzer die durch das 240er bzw. 320er Schleifpapier entstanden sind werden durch Grundierungen im Regelfalle nicht mehr zu sehen sein. Bei Schleifpapier solltet ihr von billigen Materialien Abstand nehmen. Die tatsächliche Kennzeichnung der Körnung weicht erfahrungsgemäß gern mal ab. Im Klartext heißt das, wenn Ihr billiges 80er Schleifpapier kauft entspricht das nicht selten etwa der Körnung von hochwertigem 60er Schleifpapier. Die Kratzer die dabei entstehen bekommt Ihr so leicht mit 240er nicht weg. Somit müsst Ihr vermutlich die später aufgebrachte Grundierung erneut mit 240er schleifen und nochmals Grundieren um alle Kratzer zu entfernen. Also spart hier bitte nicht am falschen Ende.

 

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Nachdem Ich mir die Finger wund geschliffen habe und alles schön glatt jetzt noch alles mit Rostschutzfarbe Lackieren, trocknen lassen und alles zusammen bauen. Damit hätten wir eine weitere Baustelle geschafft. Ich bin mir sicher, dass das nicht die letzte war.

 

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Damit wären wir schon am Ende des dritten Kapitels angelangt. Wir freuen uns schon darauf Euch demnächst zum nächsten Kapitel hier auf www.motorenfans.de begrüßen zu dürfen.

 

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